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  Kieferorthopädie · Zahnregulierung Wien · DDr. Stefan Bollschweiler
Häufig gestelle Fragen · Patienteninfo · Kieferorthopädie · Zahnregulierung Wien · DDr. Stefan Bollschweiler

Häufig gestelle Fragen · Patienteninfo

1) Was ist ein Kieferorthopäde?

Ein Kieferorthopäde ist ein Facharzt für Mund-, Kiefer- und Zahnheilkunde, der sich auf das Teilgebiet der Zahnregulierung spezialisiert hat.

2) Wieso stehen Zähne schief?

  • Die Fundamente für die Zähne, also die Kiefer sind verantwortlich (Kieferanomalien)
  • die einzelnen Zähne oder Zahngruppen sind im Kiefer verschoben (Zahnstellungsanomalien)

Meistens liegt eine Kombination von beiden Ursachen vor.

3) Warum muss behandelt werden?

  • Verbesserung der Kaufunktion
  • Beseitigung der Zahnfehlstellungen
  • Beseitigung von Engständen und Schmutznischen zur Vorbeugung gegen Karies
  • Verbesserung der Aussprache und des Gesichtsausdrucks
  • Verhütung von Kiefergelenksschäden

4) Welche Zahnfellstellungen und Kieferanomalien sollten behandelt werden?

  • Lippen-Kiefer-Gaumenspalten
  • Große Frontzahnstufe (der Unterkiefer liegt zu weit zurück und/oder der Oberkiefer liegt zu weit vorne)
  • Kreuzbiss (die unteren Zähne stehen vor den oberen)
  • Offener Biss
  • Tiefer Biss (die unteren Schneidezähne werden zu stark von den oberen verdeckt und beißen eventuell in die Gaumenschleimhaut ein)
  • Verlagerte und impaktierte Zähne, die nicht genug Platz haben aus dem Kiefer an die vorgesehene Stelle zu wachsen
  • Nichtanlage von Zähnen
  • Eng- und Lückenstände

5) Wann sollte mit einer kieferorthopädischen Behandlung angefangen werden?

Bei Patienten, die sich noch im Wachstum befinden, sollten normalerweise die bleibenden Eckzähne zu Beginn der Behandlung schon vorhanden sein. Das sind die dritten Zähne von der Zahnbogenmitte aus gesehen. In den meisten Fällen ist es nicht sinnvoll früher anzufangen, weil die Behandlung sonst zu lange dauert. Alle vorhandenen bleibenden Zähne (mit Ausnahme der Weisheitszähne) müssen durchgebrochen sein, bevor ein Fall beendet werden kann. Wird zu früh begonnen, verlieren die Patienten irgendwann die Motivation und vernachlässigen die in der Kieferorthopädie essentielle Mitarbeit.

Natürlich gibt es auch Ausnahmefälle, bei denen es entscheidend ist unerwünschtem Wachstum möglichst frühzeitig entgegen zu wirken. Dazu gehören sämtliche Formen einer umgekehrten Frontzahnstufe. Hierbei stehen die unteren Schneidezähne fehlerhafterweise vor den oberen, was zum Beispiel dadurch verursacht wird, dass der Unterkiefer zu weit vorne und/oder der Oberkiefer zu weit hinten liegt. In solchen Fällen sollte mit der Behandlung schon ab einem Alter von etwa 6 Jahren angefangen werden.

Um sicherzugehen sollte auf jedes Kind im Alter von 7 Jahren ein Kieferorthopäde ein Blick werfen.

1. Regelfall: Spätestens während dem Zahnwechsel im Alter von 9-10 Jahren sollte eine kieferorthopädische Untersuchung zur Aufklärung etwaiger Kiefer- und Zahnstellungsanomalien durchgeführt werden.

2. Wichtige Ausnahmen: Kinder mit ausgeprägten Kieferfehlstellungen, die häufig vererbt sind, sollten bereits im Alter von 5-6 Jahren fachzahnärztlich untersucht werden. In bestimmten Fällen ist eine sogenannte Frühbehandlung im Milchgebiss oder frühen Wechselgebiss besonders wichtig, um eine Entgleisung der Anomalie zu vermeiden, die sonst später nicht mehr kieferorthopädisch beherrschbar ist.

6) Tut das weh?

Das Eingliedern von festsitzenden und herausnehmbaren Geräten ist im Normalfall schmerzfrei, bestenfalls ein wenig unangenehm. Um Zähne oder Zahngruppen bewegen zu können, ist es notwendig bestimmte - geringe - Kräfte anzusetzen. Dies macht sich als Druck auf die betreffenden Zähne bemerkbar, der von verschiedenen Patienten unterschiedlich stark empfunden wird. Insofern sind leichte Schmerzen an den Zähnen etwas, womit zwischenzeitlich gerechnet werden muss.

7) Welche Arten von Zahnspangen gibt es?

Man unterscheidet zwischen abnehmbaren und festsitzenden Behandlungsgeräten.

8) Wer sucht die Zahnspangen aus?

Die vorgesehene Art der Zahnbewegung (kippend oder körperlich) bestimmt die Behandlungsapparatur (festsitzend oder herausnehmbar).

9) Was sind die Vorteile von herausnehmbaren Apparaturen?

Herausnehmbare Klammern bestehen aus einem individuell gefertigten Grundgerüst aus Kunststoff, das üblicherweise in vielen verschiedenen Farben angeboten wird und sich mit speziell gebogenen Drahtelementen an den Zähnen festhält. Die Geräte werden von den Patienten im Normalfall gut akzeptiert. Das Sprechen ist zunächst gewöhnungsbedürftig, was jedoch kein Grund sein sollte die Klammer dabei herauszunehmen. Eine einwandfreie Mundhygiene kann problemlos und ohne Mehraufwand aufrecht erhalten werden.

Der Nachteil von herausnehmbaren Apparaten ist, dass der Kieferorthopäde völlig auf die Mitarbeit des Patienten angewiesen ist. Die Klammer sollte mindestens 14 Stunden im Mund sein, sonst ist die Wirkung stark eingeschränkt. Dementsprechend wäre auch das Endergebnis weniger zufrieden stellend als bei konstanter guter Mitarbeit. Um dem vorzubeugen hat der Kieferorthopäde die Möglichkeit auf festsitzende Apparaturen zurückzugreifen.

10) Wo liegen die Vorteile festsitzender Geräte?

Eine feste Zahnspange besteht aus mehreren unterschiedlichen Teilen: Zum einen aus Brackets, die mit Hilfe einer auch in der Füllungstherapie verwendeten Methode auf die vorderen Zähne geklebt werden, zum andern aus Bändern, die auf die hinteren Zähne zementiert werden. Die in den Einzelteilen steckenden Informationen über die Zahnstellung werden durch unterschiedliche Drahtbögen, die in den meisten Praxen mit kleinen Gummibändern an den Brackets befestigt werden, auf die Zähne übertragen. Diese Gummibänder sind in bunter, aber auch in zahnfarbener oder durchsichtiger Ausführung zu haben. Im Normalfall werden Brackets aus Stahl verwendet. Für erwachsene bzw. sehr ästhetikbewusste Menschen werden weiße Brackets aus Keramik angeboten. Allergische Reaktionen auf die im Mund befindlichen Materialien zeigen sich selten. Mit Hilfe von Bändern und Brackets können Zähne gedreht und auch körperlich bewegt werden, was mit herausnehmbaren Geräten nicht erreicht werden kann. Ein weiterer entscheidender Vorteil einer festsitzenden Apparatur ist, dass sie sich ununterbrochen im Mund des Patienten befindet und 24 Stunden wirksam ist. Der Kieferorthopäde ist weniger häufig auf die Mitarbeit angewiesen.

Nachteilig macht sich bemerkbar, dass die Zahnreinigung mit festsitzender Klammer erheblich aufwendiger ist als ohne. Der Einsatz von Hilfsmitteln wie Interdental- oder Einbüschelbürsten sowie eventuell Superfloss zusätzlich zum Putzen mit der normalen Zahnbürste wird erforderlich. Bei unzureichender Mundhygiene kann es dazu kommen, dass die Apparatur vorzeitig entfernt werden muss, ohne dass das Behandlungsziel erreicht werden konnte.

11) Ist es für die Zahnstellung gefährlich, wenn mein Kind am Finger lutscht?

Solange das Finger- oder Daumenlutschen während des 3. Lebensjahres beendet wird, sind keine bleibenden Schäden zu erwarten. Falls diese Angewohnheit jedoch weiterhin bestehen bleibt, muss tatsächlich mit Zahnstellungsänderungen gerechnet werden.

Der Lutschdaumen (oder –finger) drückt in den meisten Fällen die Oberkieferzähne nach vorne und oben. Nicht selten resultiert das in einem offenen Biss. Von selbst bildet sich diese fehlerhafte Lage der Zähne nicht zurück. Ohne dass der Patient sich das Lutschen am Finger oder Daumen abgewöhnt, können solche Fehlstellungen nicht dauerhaft kieferorthopädisch korrigiert werden.

Ähnliche Folgen werden bei Patienten beobachtet, die – meist unbewusst – mit der Zunge gegen die vorderen Zahnreihen drücken, was meistens auf Grund eines Weiterbestehens des kindlichen Schluckmusters passiert. Auch hier kommt es oft zu ungewollten Schieflagen der oberen Frontzähne und zu einem offenen Biss. In solchen oder ähnlichen Fällen kann es vorkommen, dass die Zusammenarbeit mit einem Logopäden empfohlen werden muss.

12) Können durch die Behandlung Zahnschäden entstehen?

Bei optimaler Zahnpflege ist dieses Risiko genauso gering wie ohne festsitzendes Gerät. Die meisten heute verwendeten Befestigungskunststoffe und -Zemente geben Fluoride an die Umgebung - d.h. an die Zähne - ab, die den Schmelz härten und gegen Karies resistenter machen. Wenn die Mundhygiene jedoch über einen längeren Zeitraum ungenügend ist, sind kariöse Veränderungen an den Zähnen nicht auszuschließen. Diese machen sich als weiße Flecken bemerkbar, die hauptsächlich zwischen Zahnfleisch und Bracket und rings um das Bracket herum lokalisiert sind und von alleine nicht wieder verschwinden. Es ist wichtig, dass Patienten, die sich in kieferorthopädischer Behandlung befinden, trotzdem regelmäßig zur Kontrolle zum Zahnarzt gehen - bis zum 18. Lebensjahr halbjährig, danach einmal im Jahr. Wir erklären und zeigen gerne, wie eine gute Zahnpflege gehandhabt wird.

13) Bis zu welchem Alter lassen sich Zähne bewegen?

Zähne lassen sich bei gesunden Verhältnissen ein Leben lang bewegen.

14) Können auch Erwachsene behandelt werden?

Ja. Häufig können Zahnfehlstellungen selbst im Erwachsenenalter noch korrigiert werden. Allerdings ist es nicht mehr möglich, wie bei Kindern oder Jugendlichen vom Wachstum des Patienten zu profitieren.

15) Müssen die Weisheitszähne auf jeden Fall raus?

Die letzten Zähne der Zahnreihe, die so genannten Weisheitszähne, müssen nur entfernt werden, wenn im Kiefer nicht genug Platz vorhanden ist, um einen komplikationslosen Durchbruch in die Mundhöhle zu gewährleisten. Solange sich diese Zähne regelgerecht in den Zahnbogen einordnen, müssen sie nicht gezogen werden. Kritisch wird es, wenn die Weisheitszähne nicht gerade aus dem Knochen wachsen, sondern schräg gegen den vorletzten Zahn - den zweiten großen Backenzahn - drücken. Sie sind dann in dieser Position sozusagen eingeklemmt und haben keine Chance sich richtig einzuordnen. Das kann nach einer kieferorthopädischen Behandlung dazu führen, dass sich erneut ein Engstand im Frontzahnbereich ausbildet. Außerdem sind solche eingeklemmten Zähne, wenn sie teilweise in die Mundhöhle durchgebrochen sind, Eintrittspforten für Bakterien, die ernst zu nehmende Entzündungen und Abszesse verursachen können.

16) Was ist Lingualtechnik?

Lingual bedeutet soviel wie zungenseitig.

Mit Lingualtechnik ist die Korrektur von Zahnfehlstellungen durch feste Zahnspangen, die auf der Innenseite der Zähne befestigt werden, gemeint.

17) Was kostet und wie lange dauert eine Zahnregulierung?

Eine kieferorthopädische Behandlung dauert bei durchschnittlicher biologischer Reaktionslage in der Regel 2 - 3 Jahre. Das hängt aber von mehreren Faktoren ab. Unter anderem vom Alter des Patienten zu Behandlungsbeginn, vom Ablauf des Zahnwechsels und zum großen Teil von der Mitarbeit des Patienten. Zu Beginn der Behandlung wird eine Honorarnote ausgestellt. Mit der Rechnung kann bei der Krankenkasse ein Teil der Kosten zurückgefordert werden.

18) Was ist ein Retainer?

Um das Behandlungsergebnis dauerhaft zu sichern und einen Rückfall in die ursprüngliche Fehlstellung zu vermeiden, muss nach der Behandlung mit der festsitzenden Spange ein unsichtbarer Retainer getragen werden. Man unterscheidet zwischen festsitzenden und abnehmbaren Retainern. Kontrolltermine alle 6 - 12 Monate sind die Regel.

©2023 Kieferorthopädie · Zahnregulierung · DDr.Stefan Bollschweiler · Währingerstraße 108 · A-1180 Wien

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